Teiche und Gewässer

Ronneburger Bäche

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Foto: Stadtarchiv Ronneburg

Die „Gesse“ nimmt ihren Ursprung auf den sumpfigen Wiesen östlich von Raitzhain. Der Verlauf schlängelt sich teilweise verrohrt, teilweise im offenen Bachbett durch die Grundstücke an der Schulstraße in den Raitzhainer Teich. Hier als Raitzhainer Bach verbindet er den Ortsteil mit der Stadt Ronneburg. Westlich des Mennsdorfer Weges mündet der Welsebach ein. Zeitweise trocken, aber auch wasserführend nimmt er seinen Weg entlang am „Neuen Teich“, der Zulauf aus dem Mennsdorfer Bach hat. An der Brunnenstraße wird der nun den Namen tragende Badergraben vom Zellbach gespeist. Dieser führt weiter am Baderteich und am Ronneburger Schloß vorbei in das Gessental. Unterm Schloß hat er nochmals einen Zulauf, den Mühlbach, welcher von allen bisherigen Zuflüssen den meisten Wasserabwurf verzeichnet. Im wiederhergestellten Bachbett des Gessentales erhält der Bachverlauf einen weiteren Zulauf aus dem neuen „Schmirchauer Bach“. Unterhalb der „Teufelskanzel“ vereinen sich der aus Kauern kommende Gessenbach mit dem Badergraben zum „Gessenbach“. Dieser erhält im Bereich der Gemarkungsgrenze zu Gera einen weiteren Zufluss, den Lammsbach. Zirka 8 km weiter fließt dieses Gewässer in die Weiße Elster.

Der Raitzhainer Teich

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Foto: Stadtarchiv Ronneburg

Der Raitzhainer Teich, der flächengrößte Teich in Ronneburg, tritt in der Geschichte als erste öffentliche Badeanstalt der Stadt Ronneburg in Erscheinung. Dieser wurde von jeher für die Fischzucht genutzt.
Im Rahmen der Bergbautätigkeit um Ronneburg wurde zur Entlastung der Innenstadt eine Straße durch den Teich gebaut, dadurch wurde der Teich geteilt, blieb jedoch mittels Verrohrung ständig verbunden. Im Jahr 2008 erfolgt der Rückbau des Teichdammes und die ursprüngliche Teichgröße wurde wieder hergestellt.
Gegenwärtig wird der Teich als Angelgewässer des Ronneburger Anglervereins genutzt.

Größe: 4,2 ha
max. Tiefe: 4 Meter
www.anglerverein-ronneburg.com/raitzhainer-teich

 

Der Neue Teich im Stadtpark

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Foto: Stadtarchiv Ronneburg

Bei einer der letzten Sanierungsarbeiten am „Neuen Teich“ wurde anhand der Schlammdicke und Beschaffenheit eine lange Existenz dieses Gewässers vermutet. Er könnte bis zu 400 Jahre alt sein. Nachweislich ist dieser Teich erstmals in einer Kartierung von Hans Wilhelm von Thümmel im Jahr 1813 als größeres Gewässer am Rand der Besiedlung erkennbar. Die Größe und Lage zu den benachbarten Fließgewässern und Teichen, lässt den Schluss zu, dass hier von einer Nutzung als Fischteich anzunehmen ist. Die Gutsbesitzer Familie Thurm besaß hierfür in Ronneburg die entsprechend verbriefte Rechte.
In der zeitnahen Geschichte des Teiches erfolgte 4 Mal eine bauliche Veränderung. Bei jeder Veränderung wurde der „Neue Teich“ von der Thümmel – Karte verkleinert. Im Jahr 1813 muss der Teich ca. die 4-fache Wasserfläche besessen haben.
Im Jahr 1969 erfolgte eine größere bauliche Veränderung. Zur Naherholung der Bevölkerung errichtet das NAW (Nationales Aufbauwerk) um den Teich einen Stadtpark. Dabei wurde der „Neue Teich“ geschlämmt und das Material verteilte man im umliegenden Gelände, welche einen metrigen Aufbau erhielt. Mit Technik der Bergleute wurde ein Stadtpark, der so genannte „Leninpark“, errichtet und am 22.April 1970 der Bevölkerung  übergeben. Auf einer Fläche von ca. 4 ha leisteten viele fleißige Helfer im Rahmen des NAW gemeinnützige Einsätze zur Schaffung dieser innerstädtischen Oase. Der an den Mennsdorfer Weg angrenzende Hartplatz hatte ursprünglich eine Fläche von ca. 7200 qm und war für Unternehmen des Schaustellergewerbes vorgesehen.
Nach der politischen Wende wurde der „Stadtpark“ und damit auch der „Neue Teich“ umgestaltet. Der Teich erhielt Holzpfähle zur Befestigung des Teichrandes, damit wollte man den Teich im Uferbereich abdichten und das Austrocknen vermeiden. Der Teich bekam eine Insel mit Schwanenhaus und war wieder einmal kleiner geworden. Angrenzend an den Teich wurde für die jüngeren Besucher im Jahr 1992 ein großzügig angelegter Spielplatz mit vielen Kletter- und Turngeräten fertig gestellt.
In Vorbereitung der Bundesgartenschau Gera und Ronneburg 2007 erfolgte eine Neuordnung des „Neuen Teiches“ als Bestandteil des Grünzuges von Stadtpark zu Stadtpark. Der Teich wurde umfassend saniert. Er erhielt eine neue Uferbegrenzung sowie eine Lehmschürze zum Abdichten der Teichsohle. Eingebettet in den Stadtpark entstand um den Teich eine neue Parklandschaft mit Steg, Flachwasserzone und tiefen Bereichen.
Quelle: Ronneburger Heimatblätter 01/2005 und Stadtarchiv

Baderteich

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Foto: Stadtarchiv Ronneburg

In südwestlicher Richtung befindet sich in einer Senke zwischen dem Baderberg und dem ansteigenden Gelände zum Bahnhof hin der Baderteich. Der Baderteich wird in der Historie auch unter der Bezeichnung Schloßteich geführt. In der Vergangenheit diente der Teich immer der Fischwirtschaft. Aus dem historischen Kartenmaterial ist der kleine Baderteich in östliche Richtung vorgelagert.

Größe: 2,5 ha
max. Tiefe: 3 Meter
www.anglerverein-ronneburg.com/baderteich

Der Mühlteich

Der Mühlteich liegt unterhalb des Ronneburger Schlosses. An der heutigen Freifläche stand einst die Steinmühle. Ein wichtiger Erwerbszweig des ehemaligen Besitzers der Steinmühle, Familie Thurm, war die Fischwirtschaft. Das gesamte Teichsystem um Ronneburg machte dies möglich. Mittels kleinen Wasserlauf wurde aus dem Mühlteich die Mittelmühle, eine von sieben Mühlen in Richtung Gera betrieben. In der heutigen Zeit werden alle Teiche bis auf den „Neuen Teich“ vom Anglerverein Ronneburg genutzt.